Immobilien Groß-Gerau

Immobilien in Groß-Gerau

Energieausweis

Was man als Eigentümer wissen muss!

Ein Energieausweis gibt Auskunft über den energetischen Zustand eines Gebäudes, der ähnlich wie bei Haushaltsgeräten, in Energieklassen eingeteilt wird. Das erleichtert Interessenten das energetische Niveau eines Gebäudes einzuschätzen. Eigentümer, die eine Immobilie verkaufen oder vermieten möchten, müssen seit der Novellierung der Energieeinsparverordnung vom 01. Mai 2014 verschärft Pflichten beachten. Welche Anforderungen Verkäufer und Vermieter beim Energieausweis beachten müssen, möchte ich Ihnen kurz erläutern.

Der Energieausweis ist ein Dokument, das über den Energieverbrauch eines Gebäudes Auskunft gibt. Er gilt immer für ein ganzes Gebäude und kann nicht für eine einzelne Eigentumswohnung erstellt werden. Er gibt daher kaum Rückschlüsse über einen individuellen Verbrauch. Eine Erdgeschosswohnung mit freien Außenwänden hat häufig einen höheren Verbrauch als eine Etagenwohnung, die umgeben von anderen Wohnungen mit weniger Verbrauch auskommt. Das einzelne Heizverhalten der Bewohner, Lage und Witterung spielen immer zusätzlich eine Rolle.

Welchen Energieausweis benötige ich?

Es gibt zwei unterschiedliche Energieausweise, nämlich den Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis, die sich darin unterscheiden wie die Energiekennwerte berechnet werden. 

Im Bedarfsausweis wird der Wert auf Grundlage des Energiebedarfs, beim Verbrauchsausweis aufgrund des gemessenen Energieverbrauchs ermittelt.                   Welchen Energieausweis Sie als Eigentümer benötigen, hängt vom Gebäude ab, einen bedarfsorientierten Ausweis, können Sie jedoch immer erstellen lassen, hiermit machen Sie nichts falsch.

Der Bedarfsausweis

Beim Bedarfsausweis werden die Energiebedarfskennwerte mithilfe verschiedener Angaben wie Baujahr, der Gebäudegröße und den Baumaterialien sowie unter Annahme standardisierter Randbedingungen wie Klima und Nutzerverhalten ermittelt.

Unabhängig vom Verhalten der Bewohner.

Vorgeschriebener Energieausweis bei Gebäuden mit weniger als fünf Wohnungen, die mit einem Bauantrag und einem Ausstellungsdatum vor dem 1.11.1977 errichtet worden sind und nicht an die Anforderungen der 1. Wärmeschutzverordnung von 1977 nachgerüstet wurden.

Der Verbrauchsausweis

Ermittelt werden die Energieverbrauchskennwerte beim Verbrauchsausweis mithilfe der Heizkostenabrechnung der letzten drei Jahre.

Abhängig vom tatsächlichen Verbrauch der Bewohner.

Es besteht Wahlfreiheit zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweis bei Gebäuden mit mindestens fünf Wohnungen, einem Bauantrag mit Ausstellungsdatum nach 1.11.1977 und das Gebäude muss die Anforderungen der 1. Wärmeschutzverordnung von 1977 erfüllen oder wurde auf diesen Standard nachgerüstet.

Der Verbrauchsausweis ist aufgrund des geringen Aufwands bei der Datenerhebung die kostengünstigere Wahl, jedoch weniger aussagekräftig, da der Verbrauch abhängig vom individuellen Verhalten berechnet wird und so kaum eine Aussage über den zukünftigen Verbrauch gemacht werden kann.

Pflichten für Eigentümer beim Verkauf

Wer sein Haus verkaufen oder eine Wohnung vermieten möchte, muss bereits bei der Verkaufsanzeige auf Internet Portalen wie z.b Immobilienscout24 verschiedene Kennwerte veröffentlichen:

Energiebedarf oder -verbrauch in Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/m²).

Hauptenergieträger der Gebäudeheizung sowie das Jahr.

Baujahr des Wohngebäudes.

Bei der Besichtigung muss der Energieausweis unaufgefordert vorgelegt und bei Vertragsunterzeichnung mindestens als Kopie vom Eigentümer an den Käufer oder Mieter übergeben werden.

Das muss man noch wissen

Der Energieausweis ist zehn Jahre gültig.

Ein Energieausweis, der vor der Novellierung erstellt wurde, muss nicht erneuert werden, erst wenn er abgelaufen ist oder umfassende Modernisierungen durchgeführt wurden, die Einfluss auf den Energiewert des Gebäudes haben.

Eigentümer mit bestehenden Mietverhältnissen müssen keinen Energieausweis erstellen lassen, erst wenn eine Neuvermietung erfolgt.

Denkmalgeschützte Gebäude und Immobilien mit weniger als 50 Quadratmetern benötigen keinen Energieausweis.

Wer versäumt den Energieausweis vorzulegen oder Angaben verschweigt, egal ob privater Eigentümer, Immobilienmakler oder Bank, begeht eine Ordnungswidrigkeit die mit einem Bußgeld bis zu 15.000 Euro geahndet werden kann.

Aussteller des Energieausweises

Wer einen Energieausweis erstellen darf, ist in der EnEV geregelt. Für Bestandsbauten gelten bundesweit einheitliche Regelungen. Dem jeweiligen Baurecht der Bundesländer ist zu entnehmen, wer für Neubauten einen Energieausweis erstellen darf. Anlaufstellen für Aussteller sind auch Architekten, Energieberater, Schornsteinfeger, die Deutsche Energie-Agentur oder die örtliche Verbraucherzentrale.

Ein Hinweis in eigener Sache

Der Energieausweis gehört zu den Unterlagen, die beim Immobilienverkauf zwingend benötigt werden. Zu einem guten Service eines Immobilienmaklers gehört es, sich auch um die Erstellung und Beschaffung des Energieausweises zu kümmern. Rettig Immobilien übernimmt hierfür die anfallenden Kosten.